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MPU-Vorbereitung

Wann droht eine MPU? Was Sie jetzt tun können.

16. Januar 2026

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Nach einem Verkehrsdelikt stellen sich viele Betroffene dieselbe Frage: Wann droht eigentlich eine MPU – und wann meldet sich die Führerscheinstelle?


Ob Alkohol, Drogen, Punkte in Flensburg oder Auffälligkeiten in der Probezeit: Die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung kommt selten überraschend, aber oft später als erwartet. Wer den Zeitpunkt falsch einschätzt, gerät schnell unter Zeitdruck – insbesondere bei Abstinenznachweisen oder der persönlichen Aufarbeitung.


Dieser Artikel zeigt Ihnen, in welchen Fällen eine MPU droht, wann die Führerscheinstelle aktiv wird und warum es sinnvoll ist, sich frühzeitig mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen.

Wann droht eine MPU?

Inhaltsverzeichnis

1. Was bedeutet eine MPU überhaupt?

Die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) ist kein Strafverfahren, sondern ein Instrument zur Überprüfung der Fahreignung. Sie soll klären, ob zu erwarten ist, dass eine Person künftig sicher und verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnimmt.

Die MPU besteht in der Regel aus:

  • einer medizinischen Untersuchung,
  • einem Leistungstest (z. B. Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit),
  • sowie einem psychologischen Gespräch.

Gerade das psychologische Gespräch ist entscheidend für ein positives Gutachten, da hier die persönliche Auseinandersetzung mit dem früheren Verhalten bewertet wird.

2. Wer entscheidet über die Anordnung einer MPU?

Ein häufiger Irrtum ist, dass Gericht oder Polizei über eine MPU entscheiden. Tatsächlich liegt diese Entscheidung ausschließlich bei der Führerscheinstelle.

Die Fahrerlaubnisbehörde prüft eigenständig, ob Zweifel an der Fahreignung bestehen. Diese Prüfung erfolgt unabhängig vom Straf- oder Bußgeldverfahren und kann auch zeitlich verzögert stattfinden. Grundlage der Beurteilung ist die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV).

3. Wann meldet sich die Führerscheinstelle wegen einer MPU?

Der Zeitpunkt, zu dem sich die Führerscheinstelle meldet, hängt entscheidend davon ab, ob die Fahrerlaubnis entzogen wurde oder nicht.

3.1 Fahrerlaubnis wurde entzogen

Wurde der Führerschein entzogen, meldet sich die Führerscheinstelle in der Regel nicht automatisch. Erst wenn ein Antrag auf Neuerteilung gestellt wird, legt die Behörde fest, ob eine MPU erforderlich ist. Viele Betroffene erfahren daher erst relativ spät, dass sie ein positives MPU-Gutachten benötigen.

Es gibt auch den Fall, dass die Fahrerlaubnis bereits durch die Polizei oder das Gericht entzogen wurde. In bestimmten Fällen kann zusätzlich geprüft werden, ob eine psychologisch Sperrfristverkürzungsmaßnahme sinnvoll ist.

3.2 Kein Entzug, aber Eignungsbedenken

Wurde die Fahrerlaubnis nicht entzogen, bestehen aber Eignungsbedenken, meldet sich die Führerscheinstelle häufig zeitverzögert. Typisch sind Zeiträume von einigen Wochen bis etwa 1–12 Monaten nach dem Vorfall.

Das betrifft unter anderem:

  • Trunkenheitsfahrten mit dem Fahrrad ab 1,6 Promille,
  • wiederholte Alkoholfahrten mit dem Auto unter 1,6 Promille,
  • bestimmte Drogendelikte.

Die Verzögerung hängt von Aktenlauf, interner Prüfung und Auslastung der Behörde ab und ist kein Zufall.

Wann droht eine MPU? Wir erklären es verständlich.

Eine MPU-Anordnung kommt für viele überraschend.
Hier erfahren Sie, wanndurch wen und auf welcher Grundlage eine MPU angeordnet wird – und worauf Sie frühzeitig achten sollten.

Zum Überblick springen

4. Warum der Zeitpunkt entscheidend ist

Viele Betroffene gehen davon aus, dass „noch nichts passiert“. Genau diese Phase birgt jedoch ein erhebliches Risiko.

Abstinenznachweise über 6 oder 12 Monate lassen sich nicht nachholen, und auch die persönliche Aufarbeitung des eigenen Verhaltens benötigt Zeit. Wer erst reagiert, wenn das behördliche Schreiben vorliegt, gerät häufig unter erheblichen Zeitdruck. Dies ist einer der Hauptgründe für ein negatives MPU-Gutachten beim ersten Versuch.

5. Wann droht eine MPU besonders häufig?

5.1 MPU wegen Alkohol

Eine MPU wegen Alkohol droht insbesondere:

  • bei Hinweisen auf problematisches Trinkverhalten.
  • ab 1,6 Promille, auch bei erstmaliger Auffälligkeit,
  • bei wiederholten Alkoholverstößen,

5.2 MPU wegen Drogen

Eine MPU wird häufig angeordnet:

  • nach dem Konsum illegaler Drogen im Straßenverkehr,
  • bei regelmäßigem Konsum, z. B. von Cannabis,
  • wenn die Trennung von Konsum und Fahren nicht überzeugend ist.

Auch bei medizinischem Cannabis kann im Einzelfall eine MPU erforderlich sein.

5.3 MPU wegen Punkten in Flensburg

Eine MPU kann drohen:

  • bei wiederholten schweren Verkehrsverstößen,
  • bei aggressivem oder besonders risikoreichem Fahrverhalten,
  • im Zusammenhang mit einem hohen Punktestand.

Spätestens bei 8 Punkten im Fahreignungsregister wird die Fahrerlaubnis entzogen, häufig verbunden mit der Anforderung eines MPU-Gutachtens im Neuerteilungsverfahren. Solange ein Punkteabbau noch möglich ist, kann ein Fahreignungsseminar helfen, weitere Konsequenzen zu vermeiden.

5.4 MPU in der Probezeit

In der Probezeit kann eine MPU drohen:

  • bei schweren oder wiederholten A-Verstößen,
  • bei erneuten Auffälligkeiten nach einem Aufbauseminar,
  • bei Zweifeln an der charakterlichen Eignung.

In solchen Fällen kann eine frühzeitige verkehrspsychologische Beratung in der Probezeit helfen, eine weitere Eskalation zu vermeiden.

6. Kann man eine MPU vermeiden?

Ob eine MPU vermieden werden kann, hängt stark vom Einzelfall ab. In bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, frühzeitig Einsicht und Veränderungsbereitschaft zu zeigen oder verkehrspsychologische Maßnahmen wahrzunehmen.

Ist die MPU jedoch bereits angeordnet, lässt sie sich in der Regel nicht umgehen, sondern nur gezielt vorbereiten.

7. Was tun, wenn eine MPU droht?

Wenn eine MPU im Raum steht, ist es ratsam:

  • frühzeitig Klarheit über die eigene Situation zu gewinnen,
  • typische Fehler zu vermeiden,
  • ausreichend Zeit für Aufarbeitung und Nachweise einzuplanen.

In vielen Fällen ist eine strukturierte MPU-Vorbereitung sinnvoll, um die eigenen Hintergründe nachvollziehbar darzustellen und Veränderungen glaubwürdig zu belegen.

In vielen Fällen ist eine strukturierte MPU-Vorbereitung sinnvoll, um die eigenen Hintergründe nachvollziehbar darzustellen und Veränderungen glaubwürdig zu belegen.

Wenn eine MPU angeordnet wird, ist es entscheidend, den weiteren Ablauf genau zu kennen.
MPU-Ablauf: So bestehen Sie die MPU – verständlich erklärt

8. Fazit

Die Führerscheinstelle meldet sich nicht zufällig, aber oft später als erwartet. Wer frühzeitig versteht, wann und warum eine MPU drohen kann, verschafft sich Planungssicherheit und bessere Voraussetzungen für ein positives Gutachten.

Je früher Sie sich mit Ihrer Situation auseinandersetzen, desto größer sind die Chancen, die MPU erfolgreich zu bestehen.

Wir klären auf

Häufig gestellte Fragen zur
MPU-Anordnung

Eine MPU-Anordnung bringt oft viele Fragen mit sich – In unserem FAQ-Bereich finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.

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